Halsabschneider, elende

Geschrieben von admin am 9. February 2010 in Dieses und Jenes

Die Sitzplatzreservierung ohne gleichzeitigen Fahrkartenkauf kostet am Automaten 4,50 Euro (zum Vergleich: mit Fahrkarte 2,50 Euro), musste ich feststellen. Normalerweise kaufe ich immer Fahrkarte und Platz zusammen und bekommen das nicht mit. Anscheinend versucht man einen Teil der unpopulären, angeblich notwendigen Fahrpreiserhöhung über höhere Preise bei Platzreservierungen hereinzuholen. Halsabschneider!

Riemer Pferdeforum 2010 1/3

Geschrieben von admin am 9. February 2010 in Hippologisches

Gestern abend war ich drüben auf der Olympiareitanlage. Der Bayerische Reit- und Fahrverband organisiert jedes Jahr im Winter das aus sechs Einzelseminaren bestehende Riemer Pferdeforum. Die meisten Themen haben zwar noch keinen praktischen Mehrwert für mich, aber zuviel Wissen hat noch niemandem geschadet.

Gestern ging es mit dem Thema “Dressurmäßige Gymnastizierung” inkl. Cavalettiarbeit los. Referent war wie im letzten Jahr Rolf Petruschke. Der hat es da schon verstanden, dieses Thema einprägsam und mit dem nötigen Humor zur Auflockerung näher zu bringen. Diesmal hat er anhand von Fotos referiert. Ein Fuchswallach (Halbtrakehner übrigens, wie er erwähnte) über Cavaletti. Dasselbe Pferd beim Baden im See. Dasselbe Pferd beim Kostümreiten. Dasselbe Pferd beim Galopp am Strand. Dasselbe Pferd bei der Arbeit am langen Zügel vom Boden aus. Dasselbe Pferd im Gelände überm Sprung. Dasselbe Pferd in der Galopppirouette in einer Dressurprüfung. Die Moral aus der Geschicht’: Man muss die Pferde abwechslungsreich arbeiten, nur so kann man viele verschiedene Muskelpartien trainieren und somit gymnastizieren, das Pferd an optische Reize gewöhnen und seine Losgelassenheit und Zufriedenheit fördern. Davon wiederum profitieren Pferd und Reiter gleichermaßen. Auch diesen Vortrag hätte ich gerne als Hörbuch oder Video, denn manche Sätze möchte ich gern noch einmal hören und dann in Ruhe darüber nachdenken.

Nach dem knapp anderthalbstündigen Vortrag haben sich alle in die Reithalle begeben. Dort waren ein paar Cavaletti aufgebaut und eine Auszubildende war mit Wotan (einem Schulpferd, das ich bisher noch nicht persönlich kennengelernt habe) das Versuchskaninchen und sollte nach seinen Vorgaben um und über die Stangen reiten. Das fand ich ja auch sehr lehrreich, einen fortgeschrittenen Reiter mit fachmännischer Kommentierung zu beobachten.

Unschlüssig

Geschrieben von admin am 5. February 2010 in Dieses und Jenes

Heute war ich nach der Arbeit im Gartencenter Seebauer. Meine kräftig rosa blühende Kalanchoe, die ich vor etwas mehr als einem Jahr geschenkt bekam, ist leider im Eingehen begriffen. Nachdem ich erfolgreich ihre Blattläuse ausgerottet und sie umgetopft habe, hat sie im Dezember neue Blüten gebildet und ein paar Wochen üppig geblüht. Nun sieht sie aber gar nicht mehr gut aus. Ich bin kein Experte für Pflanzenkrankheiten, aber das sieht nach Mehltau aus. Weiß der Teufel, wo der mitten im Winter bei einer Zimmerpflanze herkommt. Jedenfalls werde ich die bald entsorgen und wollte sie durch ein gelb blühendes Exemplar ersetzen. Gelb deswegen, damit die Blütenpracht auf meinem Fensterbrett nicht zu “einfarbig” wird: rosa Alpenveilchen, weiße Glockenblume, weißer Weihnachtskaktus, bisher rosa Kalanchoe. Außerdem mag ich Gelb als Blütenfarbe.

Lange Vorrede, kurzer Sinn: Ich suchte also eine gelbe gefüllte Kalanchoe, am besten im Mini-Format, denn groß werden die von ganz alleine. Und, Skandal: Es gab keine. Keine einzige gelb blühende. Nur rot und apricot. Sowas aber auch! Ich bin dann noch ein wenig durch die Zimmerpflanzenabteilung geschlendert und habe mir die vielen anderen Pflanzen angesehen. Die hatten wunderschöne, exotische Orchideen in verschiedenen Farben und Größen, aber für diese anspruchsvollen Gewächse fehlt mir leider der passende Standort (zumindest in der Wohnung). Ansonsten hätte mir schon noch dieses oder jenes gefallen, aber ich konnte mich einfach nicht entscheiden und habe ja auch nicht unendlich Platz.

Damit ich diesen Nachmittag wenigstens teilweise als Erfolg verbuchen kann, habe ich mich anschließend noch auf ein Stück Apfel-Streusel-Kuchen und eine Tasse Assam ins dortige Cafe gesetzt - man gönnt sich ja sonst nichts.

Und was die Kalanchoe betrifft - das wäre doch gelacht, wenn ich die nicht anderswo auftreiben kann.

Wahnsinn

Geschrieben von admin am 3. February 2010 in Hippologisches

Heute saß ich auf dem braunen Wallach Lapislazuli, der locker 1,70 m groß ist. Über den erzählt man, dass er viel kann und früher M-Dressuren gegangen ist, aber selten will. Daher habe ich mich schon nach Leibeskräften abmühen müssen, ihn zu einem fleißigen Schritt zu bringen. Ohne Einsatz der Gerte geht da gar nichts. Mir widerstrebt es zutiefst, jede Bewegung mit der Gerte herausholen zu müssen, aber das ist leider die einzige Möglichkeit, ihn aufzuwecken und für die Mitarbeit zu gewinnen. Das ist der Wahnsinn im negativen Sinne. Auch im Trab und beim Schenkelweichen an der Bande war das nicht besser. Dann sollten wir die Galopparbeit mit einbinden. Ich habe versucht, ihn auf der rechten Hand aus dem Trab anzugaloppieren, ohne Erfolg. Dann war es Zeit für einen Handwechsel. Die Reitlehrerin hat mich linke Hand auf den Zirkel gehen lassen und mit mir daran gearbeitet, ein bisschen Spannung in dieses Pferd zu bringen. Und siehe da - er ist mir aus dem Schritt angaloppiert. Dann heißt es erst recht, konzentriert zu bleiben und weiter zu treiben. Wenn man da einen Moment unaufmerksam ist und diesen Triumph genießt, parieren viele Pferde wieder durch und alles war umsonst. Nach zwei Zirkelrunden habe ich ihn durchpariert und mein Glück noch einmal versucht. Mit der richtigen Vorbereitung klappte das schließlich und ich ließ ihn auf die lange Seite gehen. Durch seine Größe und seine langen Beine macht er weit ausgreifende Galoppsprünge, das ist ein ungewohntes Gefühl. Dann war es Zeit für die letzten lockeren Runden im Trab am länger werdenden Zügel. Und da hat dieses Pferd einen Trab an den Tag gelegt, so etwas habe ich als Reiter noch nicht erlebt. Das fühlte sich beängstigend schnell an, aber das täuschte. Er hat seine langen Beine ausgespielt und hat beim Traben den lehrbuchmäßigen Schwung entwickelt. So fühlt sich das also an, wenn Pferde mit Gangvermögen für Klasse M so richtig loslegen - Wahnsinn… Einerseits ist es schade, dass ich so lange brauchte um ihn soweit zu kriegen, andererseits ist es schon ein großer Fortschritt, das überhaupt geschafft zu haben.

Positiv festzustellen ist auch, dass er sehr angenehm in der Hand ist. Er legt sich nicht aufs Gebiss oder entzieht sich diesem. Man hat immer eine weiche, konstante Verbindung und kann damit gut arbeiten.

Dieses Pferd ist definitiv eine Herausforderung, aber gerade deswegen hoffe ich im Stillen, dass ich ihn vielleicht noch einmal reiten darf und ihn mit Hilfe der heutigen Erfahrungen wieder und vielleicht sogar eher aufwecken kann.

Kennzeichen (15)

Geschrieben von admin am 31. January 2010 in Kennzeichen

DAH - IN

UL - M

LA - RS

A - AS

S - EE

S - OS

Süddeutsche Hengsttage 2010

Geschrieben von admin am 30. January 2010 in Hippologisches

Nachdem funpic die Nettigkeit besitzt, mein Blog mal wieder funktionieren zu lassen, will ich die Gelegenheit ergreifen und kurz von den Süddeutschen Hengsttagen berichten, die von Donnerstag bis heute in München-Riem stattfanden.

Nachdem ich nun schon mehrmals bei der kompletten Trakehner Körung dabei war, habe ich in diesem Jahr zum ersten Mal die Körung der Süddeutschen Zuchtverbände miterlebt. Zunächst ist schon der Katalog gewöhnungsbedürftig. Der ist als Ringbuch gebunden, was beim Mitschreiben viel praktischer ist. Bei den Süddeutschen wird mehr Wert auf Informationen über die sportlichen Erfolge der Vorfahren gelegt, die im Telegrammstil wiedergegeben werden, allenfalls wird mal erwähnt, wenn eine Stute auf einer großen Landesschau o. ä. erfolgreich war. Bei den Trakehnern sind noch mehr zuchtrelevante Daten zu finden. Das finde ich grundsätzlich auch sinnvoll, denn in erster Linie ist eine Körung eine Zuchtveranstaltung, auch wenn natürlich viele Hengste danach in den Sport gehen. Bei den Trakehnern sind z. B. noch Maße und Noten der Mutter und beider Großmütter angegeben. Über die Aussagekraft dieser Noten kann man trefflich streiten, aber sie lassen zumindest eine Tendenz erkennen. Ergeben sich aus den Angaben über die Mutterlinie Auffälligkeiten (eher kleine Stuten, durchgehend sehr schlechte Fundamentnoten o. ä.), so mag der Hengst diese Eigenschaften vielleicht nicht selbst besitzen, könnte sie aber an seine Nachkommen weitergeben. Das kann die Entscheidung für oder gegen die Körung bzw. spätere Nutzung des Hengstes durchaus beeinflussen.

Die anderswo übliche Vorstellung auf dem Dreieck wurde durch anderthalb Runden Trab auf dem Oval ersetzt. Ob man damit mehr Erkenntnisse gewinnt als bei der Präsentation auf dem Dreieck, lasse ich jetzt mal dahingestellt.

Das Freilaufen wurde mit dem Freilaufen kombiniert, anders als bei den Trakehnern, die das einzeln abhandeln. Grundsätzlich ist diese Idee nicht verkehrt. In dieser Halle würde es sich allerdings empfehlen, diese Punkte zu trennen. Die an sich große Reitbahn in der Olympiareithalle wird mit Tribünen und Ständen so zugebaut, dass nur noch ein vergleichsweise kleines Viereck übrigbleibt, das durch die Sprunggasse noch weiter dezimiert wird. Die kurze Seite dieses Vierecks ist für die jungen, schon großen aber oft noch wenig ausbalancierten Hengste zu kurz, um die Wendung aus höherem Tempo zu schaffen. So müssen sie immer stoppen, wenden und können dann erst weiterlaufen. Das sieht nicht schön aus und hilft den Hengsten nicht, loszulassen und einen Rhythmus zu finden.

Die überraschendste Andersartigkeit betrifft allerdings die Verkündung der Körurteile. Bei den Trakehnern fiebert das Publikum drei Tage mit den Hengsten mit, es ist der spannendste Moment überhaupt, wenn die besten Hengste auf den Endring gehen und unser Zuchtleiter mit der nötigen Dramatik “nicht gekört” oder “gekört” verkündet. Da bricht Jubel und Applaus auf den Tribünen aus! Hier trifft die Kommission am Freitag ihre Entscheidung, am Samstag morgen kann man sich die Liste mit den gekörten Hengsten in der Meldestelle abholen. Als ich davon zum ersten Mal gehört habe, habe ich das für einen Scherz gehalten. Am Samstag vormittag werden alle Hengste noch einmal vorgestellt und das Urteil der Form halber noch mal verbal wiederholt. Überraschend ist dabei nur noch, wer es in das Lot der Prämienhengste geschafft hat und so als Siegerhengst in Frage kommt. Da gibt es höflichen Applaus für die Prämienhengste, bei den zwei, drei Publikumslieblingen wird es mal etwas lauter, aber ansonsten macht dieser Tagesordnungspunkt stimmungsmäßig nur wenig her.

Aber unabhängig davon bin ich ein bisschen stolz auf mich, dass ich viele Hengste ähnlich eingeschätzt habe wie die Kommission. Bei mir gäbe es zwar einen anderen Siegerhengst, aber mein Favorit hat trotzdem gut abgeschnitten. Ich als unbeteiligter Zuschauer muss und kann nicht dieselben Punkte in die Wertung einbeziehen wie die Kommission.

Zweiter Versuch

Geschrieben von admin am 20. January 2010 in Hippologisches

Heute saß ich wieder auf Cantor. (An diese Intervalle zwischen den Reitstunden könnte ich mich übrigens gewöhnen.) Ich habe versucht, ihn auch auf der linken Hand durch Schritt-Trab-Übergänge aufmerksam zu machen. Das hat soweit auch geklappt, ich konnte ihn links wie rechts aus dem Schritt ohne Zwischentritte im Trab auf dem Zirkel angaloppieren - ein Erfolgserlebnis. Da ich nun weiß, dass Zirkel allein ihn nicht glücklich machen, habe ich ihn schließlich (vom Zirkel im Rechtsgalopp kommend) auf die lange Seite gelenkt. Diese Gelegenheit hat er beim Schopf ergriffen und ist losgesprintet. Heute kam das nicht ganz so überraschend wie am Montag, außerdem waren wir bereits im Galopp, so dass der Tempounterschied nicht so groß war. Diesmal habe ich auch die Bügel nicht verloren und meine Reaktionszeit war ein paar Sekunden kürzer (objektiv aber immer noch viel zu lang). Der Schreck war deutlich geringer. Sobald ich ihn wieder im Griff und mich vergewissert hatte, dass sich auch die anderen Pferde wieder beruhigt hatten, habe ich ihn noch eine Zirkelrunde Galopp gehen lassen, dann zum Schritt durchpariert. Beim anschließenden Antraben machte er schon wieder Anstalten, auf und davon zu gehen, aber da konnte ich reagieren, wie es sich gehört: sitzen bleiben, Schenkel dran lassen und Pferd am äußeren Zügel zurücknehmen. Dem hat er sich auch gefügt.

Ich schrieb es schon, ein durchgehendes Pferd ist nichts Schönes, aber er macht das nicht aus Boshaftigkeit oder um den Reiter loszuwerden, sondern aus Spaß und Übermut. Außerdem muss auch das Verhalten in solchen Situationen gelernt sein. Heute bin ich mit mir ganz zufrieden, ich habe richtig (wenn auch spät) reagiert und kam nicht einmal in die Nähe der Sturzgefahr.

Verflixtes Schimmeltier

Geschrieben von admin am 18. January 2010 in Hippologisches

Bei der heutigen Reitstunde (vorgezogen, weil demnächst mal eine ausfällt) hatte ich wieder Cantor. Ein wenig merkt man ihm seine 23 Jahre schon an, erst recht in der kalten Jahreszeit. Damit er am Anfang der Reitstunde nicht so steif geht, wird er immer unters Pferdesolarium gestellt und dort fertiggemacht. Das hat für den jeweiligen Reiter den unschlagbaren Vorteil, dass der sich so ebenfalls im Warmen aufhalten kann.

Beim Reiten ging er gut, das Angloppieren auf der rechten Hand ging gewohnt unproblematisch. Zusammen mit der Reitlehrerin haben wir dann an unserer schwachen linken Seite gearbeitet. Ich sollte auf dem Zirkel Schritt-Trab-Übergänge reiten und das korrekte Stellen nicht vergessen. Das Durchparieren ist auch noch so ein Problem von mir. Eigentlich soll man die Schenkel dran lassen und sitzen bleiben, aber beides zugleich kriege ich noch nicht hin. Naja. Immerhin habe ich heute gelernt, dass das bloße Denken ans Durchparieren bei ihm schon ausreicht und man dafür praktisch nichts mit den Zügeln machen muss. Irgendwann war er so wach, dass ich ihn auf der linken Hand (!) aus dem Schritt (!) angaloppieren konnte. Dann wollte ich mir den Spaß noch mal auf der rechten Hand gönnen und war gerade beim Handwechsel und völlig konzentriert, als er beschloss, dass zahme Zirkelrunden im Galopp nicht sein Ding sind. Er galoppierte unaufgefordert an (ich meine, da wäre auch noch ein kleiner Buckler dabei gewesen) und ging auf die Diagonale. Im ersten Reflex habe ich die Beine hochgezogen und beide Bügel verloren. Durchgehen allein ist ja schon schlimm genug, aber wir sind ja auch nie allein in der Halle und ich habe in der Situation keine Kontrolle über Tempo und Richtung gehabt. Früher oder später kommen wir also in die Nähe der anderen Pferde. Im schlimmsten Fall folgen die dem Herdentrieb und schließen sich an, im harmlosesten Fall stehen sie im Weg und zwingen das durchgehende Pferd, spontan die Richtung zu ändern. Dann wird es auch mit Bügeln schwer, oben zu bleiben. Irgendwie haben wir uns aber durch die anderen Pferde gemogelt und ich habe mich bei Erreichen der kurzen Seite wieder soweit fassen können, dass ich ihn auf den Zirkel lenken und aus vollem Herzen als “Verflixtes Schimmeltier” oder was sinngemäß Unschmeichelhaftes beschimpfen konnte. Da wurde er auch langsamer und verfiel schließlich in Schritt. Endlich durchatmen… Zu unser beider Beruhigung haben wir dann ein paar Zirkelrunden in lockerem Trab hingelegt.

So ist das mit Cantor - hopp oder topp. Entweder man schafft es nicht, ihn aufzuwecken, dann hat man nichts zu befürchten, kann aber auch nicht viel mit ihm arbeiten (so wie vergangenen Mittwoch). Oder man macht ihn munter und bringt Spannung in das Pferd, kann alles Mögliche mit ihm machen, muss dann aber auch damit rechnen, dass er sich nach eigenem Gutdünken austobt, wenn ihm die vom Reiter zugedachte Galopparbeit nicht ausreicht. Heute habe ich anscheinend in den Vorbereitungen fürs Angaloppieren zuviel Spannung aufgebaut und das nicht wieder rausgelassen, so dass er sich anders Luft machen musste. Normalerweise merke ich es, wenn dieser Punkt erreicht ist, aber wie ich neulich schon schrieb, sind meine diesbezüglichen Instinkte über den Jahreswechsel ein wenig eingerostet. Fürs abschließende Schrittreiten habe ich trotzdem die Bügel übergeschlagen, grundsätzlich vertraue ich ihm ja, meinem lieben Schimmel.

Aufatmen

Geschrieben von admin am 17. January 2010 in Dieses und Jenes

Die angekündigten milden Temperaturen sind eingetreten, daher war ich heute mittag bei ganzen sechs Grad über Null wieder einmal ein Stündchen spazieren. Überall taute und tropfte es, und auf den Straßen und Gehwegen floß das Tauwasser in Strömen. Wo vorher gut geräumt war, brauchte man immerhin nicht durch knöcheltiefen Matsch zu stapfen. Heute habe ich zum ersten Mal seit Wochen wieder Fetzen von blauem Himmel und ein paar Sonnentrahlen gesehen. Wollen wir hoffen, dass der angekündigte Regen ausbleibt und dafür der Wind eintrifft, der das Angetaute trocknet. Wenn nämlich der ganze Matsch und die Pfützen beim nächsten Frost wieder gefrieren, verwandeln sich die Wege in Eisflächen. Und das wollen wir ja nicht.

Rezyklieren

Geschrieben von admin am 17. January 2010 in Dieses und Jenes

Das Wort “recyceln” sieht auf den ersten Blick merkwürdig aus, hat sich aber mittlerweile in dieser Schreibung eingebürgert. Noch ungewohnter sieht allerdings “rezyklieren” aus, das ich neulich auf einer Waschmittelpackung gelesen habe. Ich musste auch nachgucken: Beide Wörter stehen im Duden, aber der Gebrauch der letztgenannten Schreibweise scheint sich noch nicht duchgesetzt zu haben.

Pferd zur Jahreszeit

Geschrieben von admin am 13. January 2010 in Hippologisches

Die erste Reitstunde des neuen Jahres habe ich auf dem Schimmel Cantor absolviert. Nach vier Wochen ohne Pferde war das wieder schön! Cantor mag ich gerne, auch wenn wir die Schwäche für die linke Seite teilen. Daher klappte das Angaloppieren links heute schon wieder nicht. Rechts konnte ich ihn dagegen sogar aus dem Schritt angaloppieren, als wach war. Ansonsten habe ich gemerkt, dass ich ein bisschen aus der Übung bin. Die weiche Zügelverbindung, die mit ihm oft klappt, habe ich heute nicht herausreiten können. Auch die Instinkte müssen erst wieder geschärft werden. Als er beim abschließenden Schrittreiten unverhofft antrabte, weil sich jenseits der Bande etwas rührte, bin ich aus dem Sattel aufgestanden - so etwas tut man eigentlich nicht, weil man sich so die Möglichkeit nimmt, über den Sitz auf das Pferd einzuwirken. Ansonsten sei er in der Stunde zufrieden gegangen - das hört man doch gern.

Nachtrag: Man glaubt kaum, was vier Wochen Reitabstinenz anrichten können: Ich habe doch tatsächlich leichten Muskelkater.

Unpassend

Geschrieben von admin am 6. January 2010 in Dieses und Jenes

Gestern habe ich mich mit einer Freundin in einem Cafe getroffen. Ich habe, wie könnte man es auch anders erwarten, eine Tasse Darjeeling bestellt. Dem lag eine verpackte “Espresso-Bohne, schokoliert” bei. Das fand ich ein wenig merkwürdig, die Tatsache, dass sich ein Gast schwarzen Tee bestellt, legt doch die Vermutung nahe, dass der/die Betreffende mit Kaffeeprodukten jeglicher Art nichts anfangen kann.

Tassenparade (Nachtrag)

Geschrieben von admin am 2. January 2010 in Dieses und Jenes

Meine Tassenparade wurde - dank guter Kontakte - mittlerweile um Köln und Bonn ergänzt, außerdem kam ich jetzt dazu, auch mal Berlin zu fotografieren.

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oben: Bonn (Rathaus, umseitig klein in grün der “Lange Eugen” und der Posttower); unten: Berlin (etwas sparsam gestaltet mit dem Bären und dem Schriftzug) und Köln Cologne (umseitig ist noch die Deutzer Brücke). Der Pott aus Bonn gehört schon der neuen Reihe an, die auch innen farbig sind. Ich muss allerdings sagen, dass mir die Gestaltung der älteren Tassen besser gefallen hat.

Schlechtes Zeichen

Geschrieben von admin am 1. January 2010 in Dieses und Jenes

Ich lebe definitiv zu lange nicht mehr in Berlin. Das ist mir neulich deutlich vor Augen geführt worden, als ich gebeten worden bin, Pfannkuchen zu besorgen und allen Ernstes überlegen musste, was das eigentlich ist. Bis ich dann darauf kam, dass das jene Backwaren sind, die in anderen Gegenden dieses Landes Berliner oder Krapfen heißen. Schlimm, schlimm, wenn man diese berlintypischen Begriffe nicht mehr zuordnen kann. Zumal ich im letzten, nein vorletzten Jahr noch scherzhaft mit Kollegen disputiert habe, dass Pfannkuchen die einzig mögliche Bezeichnung für dieses Gebäck ist.

Zum Vergleich

Geschrieben von admin am 1. January 2010 in Dieses und Jenes

Es hat in vergangenen zwei Tagen munter weitergeschneit:

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