Ereignislos

Auch die letzte Reitstunde verlief im Wesentlichen ohne besondere Vorkommnisse (weswegen ich die Stunde davor auch schon nicht in einen Beitrag umgewandelt habe). Ich hatte ein Schulpferd, das ich bereits kannte und das sich wie gewohnt nur mit Mühe zu jedem Schritt überreden ließ. Mit gefühlten 100 kg legte er sich aufs Gebiss und ließ damit jede Zügeleinwirkung zum Kraftakt werden. Wider Erwarten klappte trotz der Trägheit das Angaloppieren. Nach dem freien Galopp in zwei Gruppen sollten wir eine Abteilung bilden.

Diese Abteilungsreiterei mag ich hier irgendwie nicht. Natürlich ist es die einfachste Lösung, viele Reiter zugleich in der kleinen Halle unterzubringen, aber auf Pferden, die auf nichts reagieren, macht das keinen Spaß. Außerdem kenne ich die Namen der ganzen Mädels noch nicht, so dass ich nie genau was, an welche Position der Abteilung ich soll. Immerhin ist mir diesmal das Grauen Abteilungsgalopp erspart geblieben. Statt dessen kam eine andere und, wie ich finde, nicht schlechte Alternative zum Einsatz. Die Abteilung wurde im Trab auf den Zirkel geschickt, und nacheinander wechselte jeder Reiter einzeln aus dem Zirkel, drehte eine Zirkelrunde im Galopp und reihte sich wieder auf seinen Platz ein.

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Jane Eyre

Beim Stöbern im Netz bin ich neulich auf eine Rezension der jüngsten Jane Eyre-Verfilmung gestoßen. Da der Film aber in der englischen Originalfassung hier nur zu ungünstigen Zeiten gezeigt wird, habe ich mich erstmal mit der Romanvorlage begnügt.

Aus der Sicht eines Nicht-Muttersprachlers ist das zweifellos starker Tobak, da braucht man jede Vokabel, die man jemals gelernt hat. Außerdem ist der etwas umständliche Sprachstil gewöhnungsbedürftig. Ansonsten kann man sich an der anschaulich geschriebenen Lektüre trotz der düsteren Grundstimmung erfreuen, man will doch wissen, wie es ausgeht (Spoiler: den Umständen entsprechend gut). Und wieder einmal freut man sich, dass man das Glück hat, in der heutigen Zeit mit all ihren Vorzügen und Annehmlichkeiten zu leben.

Es war wohl doch ganz gut, dass ich den Film nicht gesehen habe, denn bei dem sprachlichen Niveau versteht man das geschriebene Wort noch eher als das gesprochene.

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Fundstücke aus dem Portemonnaie (6)

Und wieder möchte ich an dieser Stelle zwei Münzen präsentieren, die den Weg in die Sammlung gefunden haben. Die Gedenkmünze für das Welternährungsprogramm ist sicher kein wirklich seltenes Stück, dafür muss man für eine Münze aus einem Kleinstaat wie Malta umso mehr Glück haben.

[Zum Vergrößern draufklicken.]

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Verbessert

Bei der letzten Reitstunde saß ich wieder auf der bereits erwähnten betagten Schimmelstute. Zunächst sollten wir die Pferde wie immer im Schritt und Trab erwärmen und dann gruppenweise galoppieren. Dann sollten wir diverse Lektionen in der Abteilung reiten. Das war mir ein bisschen suspekt, da ich sie überhaupt noch nicht an den Hilfen hatte. Entsprechend geringer waren meine Einwirkungsmöglichkeiten, was grundsätzlich schon nicht schön ist, aber beim Abteilungsreiten, wo gern mal der Herdentrieb durchkommt, erst recht nicht. Als ich sie gar nicht mehr bremsen konnte, bin ich außerplanmäßig auf den Zirkel abgebogen, um den Reiter vor mir nicht zu überholen. Erfreulich daran war, dass ich trotzdem nicht ins Klammern verfallen bin.

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Lesetipp (4)

Das ist ja das Schöne an der Zunft der Journalisten – sie können das, was man selbst schon immer sagen oder schreiben wollte, in viel schönere und treffendere Worte fassen.

Konkret meine ich damit die ersten drei Absätze dieses FAZ-Artikels. Ich als eingefleischter Teetrinker kenne das Phänomen nur allzu gut, dass ich irgendwo im Café sitze, mich auf den bestellten schwarzen Tee freue und dann nur einen Teebeutel und eine Tasse heißes (und nicht kochendes) Wasser serviert bekomme. Da fällt das Stimmungsbarometer schon vor dem ersten Schluck, denn erfahrungsgemäß kann unter diesen Voraussetzungen kein wohlschmeckender Tee mehr gelingen. Auf meine Nachfrage bekam ich ebenfalls die Antwort, dass man dem Gast mit dieser Handhabungsweise die Kontrolle über die Ziehzeit einräumen möchte.

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Hippologica 2011

Am vergangenen Sonntag war ich – zum ersten Mal seit sieben? acht? neun? Jahren – auf der Pferdemesse Hippologica, die wie eh und je in den Messehallen am Funkturm stattfand. Der Weg war mir nicht mehr ganz geläufig, aber da braucht man ja nur der Zielgruppe (jung, weiblich) zu folgen.

Drinnen war ich ja überrascht – nur vier Hallen wurden für die Messe genutzt. Früher war die Veranstaltung wesentlich größer. Dass der Besucherandrang nicht so sehr groß war, war schon wieder positiv, so kam man an alle Stände heran. Einer der größten Reitsportversandhändler war wie immer mit einem Stand vertreten, und da war es richtig voll. Auf Platzgründen waren die Gänge zwischen den Regalreihen schmal gehalten, da gab es nur mit Mühe ein Durchkommen. Neben der eigentlichen Messe standen noch Vorträge und diverse praktische Vorführungen auf dem Programm, aber da ich nicht lange dort war, habe ich davon nicht viel mitbekommen. Ein paar Reitställe aus der brandenburgischen Umgebung haben sich mit kleinen Ständen vorgestellt, aber auch davon waren schon mal mehr dort.

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Auf dem Christkindl Weihnachtsmarkt

Am vergangenen Freitag war ich zum ersten Mal in diesem Jahr auf dem Weihnachtsmarkt. Ein bisschen muss ich mich erst wieder dran gewöhnen, dass diese Einrichtungen hierzulande nicht Christkindlmärkte heißen. Mit einer Freundin war ich auf dem historischen Markt am Opernpalais. Obwohl es dann sicher schon halb fünf war, war es gar nicht so voll wie gedacht. So hatten wir ausreichend Platz, um uns die zahlreichen Auslagen anzuschauen. Nebenbei wurde das obligatorische Tütchen gebrannter Mandeln geknabbert. Zwischen den Ständen und Buden pfiff der Wind zum Glück nicht so stark, so dass wir nicht so sehr frieren mussten.

Auf dem Rückweg zum Alexanderplatz sind wir noch kurz über den Weihnachtsmarkt vorm Roten Rathaus geschlendert, da war es aber so voll, dass man nur zentimeterweise vorankam, und dann macht das ja auch keinen Spaß.

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Schimmelreiter

Bei der letzten Reitstunde habe ich ein bis mir bis dato unbekanntes Schulpferd kennengelernt, eine schimmelfarbene, 19jährige Poet xx-Enkelin. Die war zwar im Schritt etwas träge, ging dafür aber in Trab und Galopp zügig vorwärts. Sie war im Trab ganz unerwartet angenehm zu sitzen. Auch ein paar Schritte seitwärts habe ich ihr entlocken können. Nach der Erwärmungsphase sollten wir eine Abteilung bilden und einige Lektionen reiten. Die Volte in der Abteilung von 8 Reitern klappte schon quadrillenreif.

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Recycling mal anders

Wenn man heutzutage über Weihnachtsmärkte schlendert, ist das Angebot weitgehend vorhersehbar: Kerzen samt allem erdenklichen Zubehör, Tee und Gewürze, Schmuck, Mützen und andere Strickwaren sowie divserse Stände fürs leibliche Wohl. Kürzlich habe ich aber mal was ganz Neues gesehen. Ein findiger Kopf hat aus den oberen Enden alter Silberbestecke Ringe, Ketten- und Schlüsselanhänger gefertigt. Bei den Ringen wurden die obersten paar Zentimeter benutzt und so gebogen, bis sich die Enden berühren und einen Ring ergeben.

Die Idee finde ich gut, mal abgesehen vom reinen Materialwert will heute kaum noch jemand Silberbestecke haben, die sind ja nicht so pflegeleicht wie die modernen Edelstahlbestecke. Andererseits – wahrscheinlich braucht Silber auch in Form eines Schmuckstückes früher oder später Pflege.

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In der Halle

Auf dem selben Pferd wie letzte Woche habe ich kürzlich erstmalig die Reithalle meiner neuen Reitschule kennengelernt. Am Anfang sind wir frei im Schritt und Trab geritten und dann in zwei Gruppen galoppiert. Dann sollten wir eine Abteilung bilden und noch einige Lektionen wie Volten und Trab-Halt-Trab-Übergänge reiten. Auch diese Stunde war alles andere als zufriedenstellend, ich war wieder nur mit dem Treiben beschäftigt und damit, dem Pferd ein wenig Stellung abzuringen. So macht das irgendwie keinen Spaß, man kommt gar nicht dazu, sich mal auf den Sitz zu konzentrieren oder gar mal Lektionen wie Schenkelweichen einzubauen.

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Unter Flutlicht

Bei der letzten Reitstunde sind wir wieder draußen geritten. Durch die Umstellung der Uhren auf die Winterzeit war es am Abend schon dunkel, so dass ein Teil des Reitplatzes mit Flutlicht ausgeleuchtet wurde. Da dadurch nur etwa ein Drittel des Platzes genutzt werden konnte und wir recht viele Reiter waren, sollten wir nach der erwärmenden Schrittphase eine Abteilung bilden. Ich war irgendwo in der Mitte untergebracht und musste zusehen, dass ich den Anschluss an den nächsten Reiter nicht verliere. Immerhin war das Pferd (dasselbe wie bei meiner letzten Stunde) schon in der Gruppe zuvor mitgegangen und war halbwegs wach, so dass das Treiben nicht ganz so mühselig war. Der Abteilungsgalopp auf dem Mittelzirkel klappte auch ohne Zwischenfälle.

Immerhin kennt das Pferd seine Umgebung und zuckt nicht, wenn aus plötzlich Leute mit Fahrrädern oder Autos am Weg neben dem Reitplatz auftauchen, sonst würde ich so im Dunkeln auf dem großen Reitplatz bestimmt nicht so ruhig auf dem Pferd sitzen können.

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Aufgescheucht

Letztens hatte ich ja ein Erlebnis der besonderen Art. Ich ging in einer ländlichen Gegend auf einem Feldweg spazieren. Zwischen dem Weg und dem Acker stand reichlich Gebüsch von ca. einem Meter Höhe. Ich ging da so entlang, hörte Musik und dachte nichts Böses – da flatterte keine drei Meter neben mir ein leibhaftiger Fasan aus dem Gebüsch auf. Da kriegt man einen ordentlichen Schreck, das sind ja ohnehin keine kleinen Vögel, und wenn sie zum Starten ihre Flügel aufspannen schon gar nicht.

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Kennzeichen (27)

BO – ND

ERB – SE

J – OB

AK – T

PR – AG

EU – RO

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Zweite Stunde

Am Dienstag hatte ich den neuen Stall meine zweite Reitstunde. Mein Lehrpferd war diesmal ein 19jähriger Brauner. Dessen Rasse und Abstammung standen sicher an der Box, aber da mir die Namen nichts sagten, blieben sie nicht im Gedächtnis hängen. So richtig zufrieden war ich mit mir und der Welt nicht, das Pferd war eines von der phlegmatischen Sorte, so dass man im Wesentlichen mit Treiben beschäftigt war. So richtig Spaß machte das nicht. Auch das Biegen war eine eher mühsame Angelegenheit.

Immerhin hatte ich auf dem Heimweg das Glück, wieder mit dem Auto zum Bahnhof mitgenommen zu werden, wo gerade in diesem Moment die S-Bahn einfuhr.

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Auswahl, aber keine Wahl

Neulich habe ich in einem Hotel übernachtet, das zu einer namhaften Kette gehört, und habe da auch gefrühstückt. Nachdem ich mich am Tisch niedergelassen habe, erschien unverzüglich eine Kellnerin und fragte nach dem Getränkewünschen. Ich bestellte schwarzen Tee (was sonst…), und da sie nicht weiter nachfragte, ging ich davon aus, dass nur eine Sorte angeboten wird. Das Kännchen mit English Breakfast-Tee (eine Mischung aus mehreren kräftigen Sorten), das mir dann serviert wurde, war auch nicht schlecht. Erst später habe ich gesehen, dass insgesamt vier Sorten im Angebot waren, nämlich noch Darjeeling, Assam und Earl Grey. Hätte ich das gewusst, hätte ich natürlich lieber den Darjeeling genommen (oder vielleicht auch den Assam). Da war ich enttäuscht, dass die Kellnerin auf diese Auswahl nicht hingewiesen hat, sondern einfach nach Belieben irgendeine Sorte gebracht hat. Das ist, als würde man in einer Bar einfach “ein Bier” oder im Eincafe “einen Eisbecher” bestellen – da käme sofort die Nachfrage, ob der Gast sein Begehren nicht etwas präziser fassen könnte. Man kann ihr zugute halten, dass im Frühstücksraum gerade sehr viel los war, aber trotzdem – grummel…

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